FAQ

Was verbirgt sich hinter der NRW-Polizei-Stiftung?
Die Gründungsväter (Klaus Lennartz, MdB a.D. und Edgar Moron, MdL a.D.) bestimmten, dass Mitglieder des Polizei-Hauptpersonalrates den Vorstand der Polizeistiftung stellen.
Damit sollte der direkte Bezug zwischen Polizeibeschäftigten und dem Innenministerium sichergestellt werden. Diese Konstellation hat sich in den zurück liegenden Jahren bei der Lösung komplizierter Versorgungsfälle bewährt.

Ist die Nordrhein-Westfälische-Polizei-Stiftung an eine einzelne Berufsorganisation gebunden?
Nein! Von Beginn an wurde der Vorstand aus vier Mitgliedern aller im Polizei-Hauptpersonalrat vertretenen Berufsvertretungen / Gewerkschaften gebildet. Die Berufsvertretungen arbeiten sehr gut zusammen; zum Wohle und im Sinne aller Betroffenen.

Erhält die Nordrhein-Westfälische-Polizei-Stiftung Unterstützung seitens des Innenministeriums?
Ja, die Stiftung wird durch das Innenministerium in vielen Fragen der Logistik unterstützt.

Kann die Nordrhein-Westfälische-Polizei-Stiftung Spendenquittungen für die Finanzbehörde ausstellen?
Verbunden mit dem Freistellungsbescheid zur Körperschafts- und Gewerbesteuer ist die Stiftung berechtigt, für Spenden, die ihr zur Verwendung für diese Zwecke zugewendet werden, Spendenquittungen auszustellen.

Ist die Nordrhein-Westfälische Polizei-Stiftung als gemeinnützig anerkannt?
Ja, die Nordrhein-Westfälische Polizei-Stiftung ist nach § 5 KStG von der Körperschaftsteuer und nach § 3 GewStG von der Gewerbesteuer befreit, weil sie ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten Zwecken im Sinne der §§ 51 ff. AO dient. Die Stiftung fördert mildtätige Zwecke. Sie ist somit als gemeinnützig anerkannt.

Wie setzt sich der Stiftungs-Vorstand zusammen?
Der Vorstand besteht aus vier Mitgliedern aller im Polizei-Hauptpersonalrat vertretenen Berufsvertretungen / Gewerkschaften
1. Gewerkschaft der Polizei (GdP)
2. Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK)
3. Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG)
Seit Inkrafttreten der neuen Stiftungssatzung kann der Vorstand um zwei zusätzliche Mitglieder erweitert werden, die nicht gleichzeitig dem Polizei-Hauptpersonalrat angehören müssen.

Wie sehen die Aufgaben des Stiftungs-Vorstandes im konkreten Handeln aus?
Neben den Aufgaben, die sich durch die Stiftungs-Satzung einerseits und das Stiftungsrecht andererseits ergeben, ist es das Bestreben und die Aufgabe des Vorstandes, die Nordrhein-Westfälische Polizei-Stiftung darzustellen. Dazu nehmen wir an Veranstaltungen und Ausstellungen der Polizei oder mit Polizeibezug teil. Schließlich ist es vorrangige Aufgabe einer Stiftung, Geld zu sammeln, das den Betroffenen und deren Angehörigen zugute kommt.

Welche Aufgaben hat der Stiftungs-Vorstand?
Die Aufgaben ergeben sich aus dem Satzungsauftrag. Die Stiftungs-Satzung bildet den Rahmen für das Handeln des Vorstandes.

Wie kommt die Stiftung an Geld, um im Schadensfall finanziell unterstützen zu können?
Zunächst möchten wir lobend erwähnen, dass es Menschen gibt, die der Stiftung Spenden zukommen lassen oder in ihren Nachlässen bedenken. Weiterhin sind Menschen und Organisationen (Clubs, Vereine, Gewerkschaften usw.) bereit, für die gute Sache der Stiftung Veranstaltungen oder Erlöse aus Veranstaltungen der Stiftung zu spenden.
Darüber hinaus erhalten wir Zuwendungen von Gerichten.

Werden die Vorstandsmitglieder für ihre Arbeit bezahlt?
Die Mitglieder des Stiftungsvorstandes arbeiten ehrenamtlich, unentgeltlich und zumeist in ihrer Freizeit.

Warum erhalten Polizeibeschäftigte nach einem Schadensfall überhaupt eine Unterstützung von der Nordrhein-Westfälische Polizei-Stiftung? Sind Polizeibeschäftigte nicht ausreichend über den Arbeitgeber abgesichert?
Wie in anderen Berufen auch, ist der oder die Betroffene nach einem Dienst- oder Arbeitsunfall durch den Arbeitgeber grundsätzlich abgesichert. Nicht abgesichert sind aber sehr häufig die sich aus dem Dienstunfall ergebenden zusätzlichen Belastungen. Dies können sein:

  • fehlende Ansprüche des langjährigen Lebenspartners, wenn sie nicht verheiratet waren
  • keine ausreichende private Absicherung für das erst kürzlich erworbene Eigenheim
  • kleine Kinder und hohe Schuldenstände durch Familiengründung
  • Therapien, die durch die Krankenversicherung nicht abgedeckt sind
  • Begleitung der betroffenen Person durch seine Familie bei umfangreichen Reha-Maßnahmen oder Krankenhausaufenthalten an weit entfernten Orten
  • Haushaltshilfe für die Versorgung kleiner Kinder, wenn der oder die Erziehungsberechtigte in stationärer Behandlung verweilt

Wie sieht Hilfe durch die Nordrhein-Westfälische-Polizei-Stiftung konkret aus?
Neben der konkreten persönlichen Ansprache und dem Angebot einer moralischen Unterstützung leistet die Nordrhein-Westfälische-Polizei Stiftung Hilfe in Form von

  • zusätzlicher Absicherung durch Rentenzusatzversicherungen
  • Abschluss von Ausbildungsversicherungen für hinterbliebene Kinder
  • Zuschüsse oder Übernahme der Kosten für einen Aufenthalt von nahen Familienangehörigen an den oftmals weit entfernten Orten, an denen die Reha-Maßnahmen oder Operationen erfolgen
  • Übernahme von Kosten für notwendige Haushaltshilfe
  • Übernahme von Kosten für Aufenthalte der Familie in Erholungsunterkünften im Anschluss an aufwändige körperliche Eingriffe
  • Unterstützung bei der Anschaffung von Hilfsmitteln durch körperliche Gebrechen aufgrund des Dienstunfalles, die vom Dienstherren nicht übernommen werden

Warum tritt die Nordrhein-Westfälische Polizei-Stiftung nicht in den Medien auf und erzählt über die Fälle, bei denen sie bereits helfen konnte? Nach einem aktuellen Fall könnte sie doch in den Medien offen sammeln und auf sich aufmerksam machen.
Für uns steht die Achtung und der Schutz der Privatsphäre der Kolleginnen oder Kollegen bzw. deren Angehörigen an erster Stelle. Wir möchten nicht, dass den ohnehin von Leid und Schmerz Gezeichneten eine Zurschaustellung in den Medien widerfährt. Wir erkennen die notwendige Ruhe und Zurückgezogenheit der Betroffenen an. Für die Nordrhein-Westfälische Polizei-Stiftung macht dieser Grundsatz die Arbeit natürlich nicht immer leichter. Denn wie jede andere Stiftung auch, sind wir auf Spenden und das Wohlwollen Anderer angewiesen.

Wie sehen „Schadensfälle“ aus? Können Beispiele genannt werden, bei denen die Nordrhein-Westfälische Polizei-Stiftung geleistet hat?
Auch hier gilt wiederum unser Grundsatz der Achtung der Privatsphäre der betroffenen Personen:

  • schwere Verletzung oder Tod nach Schusswechsel bei Festnahme eines Straftäters
  • erschossen bei einer Verkehrskontrolle
  • angeschossen bei Einsatz im Rotlichtmilieu / Folge Knie und Fuß zertrümmert
  • schwerer Verkehrsunfall auf dem Weg zur bzw. von der Arbeit mit tödlichem Ausgang oder
  • schwersten körperlichen Auswirkungen
  • angefahren im Dienst mit lebensbedrohlichen Auswirkungen, Folge: mehrere OP’s, Reha-Maßnahmen
  • vorsätzlicher Einsatz eines Kfz. gegen Kollegen mit schwersten körperlichen Folgen
  • schwere Erkrankung
  • unverschuldet in Notgeratene Polizeibeschäftigte

Ist die Unterstützung durch die Nordrhein-Westfälische Polizei-Stiftung nach „Schadensfällen“ an ein gewisses Schema gebunden?
Die Nordrhein-Westfälische Polizei-Stiftung geht nicht nach einem festgelegten Schema vor, da jeder Einzelfall individuell bewertet werden muss und individueller Maßnahmen bedarf.
Der Vorteil einer landesweit operierenden Stiftung ist die möglichst objektive Betrachtung des Einzelfalls, ohne zunächst persönlich betroffen zu sein. Da nach schweren und schwersten Ereignissen in den Kreispolizeibehörden für die Opfer in der Polizei oder deren Hinterbliebene Ansprechpartner zur Verfügung stehen, nehmen wir nach einem gewissen zeitlichen Abstand Kontakt zu diesen auf.
Dazu bedienen wir uns in aller Regel zunächst der Unterstützung der örtlichen Personalvertretung. Nach Kenntnis und Bewertung aller im Einzelfall vorliegenden Umstände und der Auswirkungen durch die schrecklichen Ereignisse und einem persönlichen Gespräch mit den Betroffenen wägen wir zusammen mit den Vertrauenspersonen in den Behörden ab, wie eine effektive Unterstützung erfolgen kann.